Bistrobesitzerin Inna Diebel Taten folgen und servierte verschiedene Köstlichkeiten mit den Mango-Produkten aus dem Weltladen
Gerd Heylmann und Heidi Georg informierten über das weltweite Problem von Kinder Arbeit. Foto: Buchhammer

WELTLADEN Vortragsabend beleuchtet Thema anhand von Beispielen / Projekt vorgestellt: fairer Handel von PREDA

ALSFELD – (lb). Der Weltkindertag und die „Faire Woche“ gaben dem Weltladen Alsfeld gleich einen doppelten Grund für einen Vortragsabend zum Thema „Kinderarbeit“: Unter dem Titel „Rund um die Mango und den ,Fairen Handel‘. Und wie beides Kinderausbeutung verhindern hilft“, berichteten Gerd Heylmann und Heidi Georg im Bistro Bistrinna in Alsfeld einem interessierten Kreis an Mitstreitern über das weltweite Problem von Kinderarbeit und ihre bitteren Folgen.

An Beispielen aus Indien, Philippinen, Ghana und der Elfenbeinküste verdeutlichte der stellvertretende Vorsitzende im ersten Teil, unter welchen menschenunwürdigen Arbeits- und Lebensbedingungen viele Kinder auf der Welt zu Dumping-Löhnen den Lebensunterhalt für ihre Familien oder oft auch Peiniger verdienen müssen. Kinder sind dort billige Arbeitskräfte, das schwächste Glied in der Kette und Ausbeutungspraktiken und der Willkür ihrer Àrbeitgeber schutzlos ausgeliefert. Ihr Einsatzfeld ist breit, sie arbeiten beispielsweise auf Kakaoplantagen, in der Textilbranche und auf Müllplätzen. Sie werden gezwungen, Teppiche zu knüpfen, Plastikspielzeug oder Elektronikteile zusammenzusetzen.

Kleinkinder würden noch im zarten Alter als Ware verkauft – im günstigsten Fall an kinderlose Paare, im grausamsten Fall als „Ersatzteillager für Organe“. Ältere Jungen und Mädchen würden als Sklaven verkauft oder in die Prostitution verschleppt. Und obwohl es ein offenes Geheimnis sei, dass sogenannte „Sexbomber“ mit lüsternen Sextouristen regelmäßig von den Flughäfen auf die Philippinen starteten, würde die westliche, zivilisierte Welt nichts ändern.

Dass es jedoch auch anders laufen könne, zeigte im zweiten Beitrag Heidi Georg anhand des Beispiels vom fairen Handel von PREDA, einer philippinischen Organisation.

1974 wurde die Stiftung von dem irischen Priester Pater Shay Cullen gegründet. Sie ist Anlaufstelle und Therapiezentrum für sexuell missbrauchte sowie ehemas inhaftierte Kinder. Des Weiteren gehört eine umfangreiche Jugendarbeit zum Programm. Die erfolgreiche internationale Menschenrechts- und Kampagnenarbeit von PREDA findet weltweit große Beachtung.

Ziel von PREDA war es zunächst, Jugendlichen, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten waren, eine handwerkliche Ausbildung zu ermöglichen. Ab 1993 aber wurde ein Projekt ins Leben gerufen, welches sich im fairen Handel mit Mangos zu einem wirksamen Instrument gegen Ausbeutung und Armut entwickelte. Während vorher viele Kleinbauern durch die Händler und deren Kartelle um ihren angemessenen Lohn gebracht worden seien, bezahle PREDA für die Mangofrüchte und geleistete Arbeit einen fairen Preis. Auf diese Weise werde dem Mango-Kartell der Boden unter den Füßen entzogen, weil die Kleinbauern nicht mehr von ihnen abhängig seien und fortan bessere Abnehmer für ihre Früchte zur Hand haben. Die philippinischen Kleinbauern können durch den Verkauf von Mangos ihr Einkommen sichern. Diese Früchte werden dann zu Brotaufstrich, Fruchtriegeln, Trockenfrüchten, Fruchtgummis und vielen anderen Köstlichkeiten verarbeitet. Mit dem Kauf der Mangoprodukte aus dem Weltladen könne man letztlich die Frucht auch in hiesigen Gefilden genießen und gleichzeitig die Zukunft philippinischer Kinder und Jugendlicher verbessern, schilderte Georg der anwesenden Runde.

Übrigens: Die deutschen Tatort-Darsteller der Kommissare Schenk und Ballauf alias Dietmar Bär und Klaus J. Behrendt engagieren sich mit ihrem Verein „Tatort-Straßen der Welt“ ebenfalls gemeinsam mit PREDA für philippinische Straßenkinder.

PREDA steht für Peoples Recovery Empowerment Development Assistance Foundation, zu Deutsch: Stiftung für die Genesung, Ermächtigung und Entwicklung der Menschen, erfährt man auf der Homepage der Stiftung.

Zur Abrundung des Programms ließ die Bistrobesitzerin Inna Diebel Taten folgen und servierte verschiedene Köstlichkeiten mit den Mango-Produkten aus dem Weltladen.